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OFFSTEIN – Die Kreisverbände der Jungen Union (JU)
Alzey-Worms, Bad Dürkheim und der Stadtverband Worms konnten bei einer
gemeinsamen Führung durch die Zuckerfabrik Offstein erfahren, dass die
Südzucker AG mehr als nur Europas Marktführer im Zuckerbereich ist...
Neben dem europäisch geprägten Zuckergeschäft
beschäftigt sich Südzucker international u. a. in den Bereichen Stärke, Functional
Food, Frucht und Bioethanol. Mit Freiberger ist sogar der europäische
Marktführer für Tiefkühlpizza im Konzern integriert.
Die Zuckerfabrik in Offtsein, welche in ihrem
Gründungsjahr 1884 gerade mal 220 t Rüben pro Tag kochte, verarbeitet heute
rund 16.000 t Rüben pro Tag. Diese werden von knapp 3.000 Landwirten auf rund
26.000 ha angebaut und in der Kampagne, zwischen Mitte September und Ende
Dezember, im 24-h-Betrieb in die Fabrik geliefert und verarbeitet. Im Werk
werden die anliefernden LKWs mit einem Wasserstrahl entladen, so dass es
zusammen mit der ausgeklügelten Logistik nur zu einer durchschnittlichen
Aufenthaltsdauer von ca. 12 min kommt. Nach der Entladung werden die Rüben gewaschen,
klein geschnitten und der Zucker aus den Schnitzel extrahiert. Der entstandene
Rohsaft wird gereinigt und zu Dicksaft aufkonzentriert. Dieser wird dann in der
Kochstation weiter eingedampft bis sich Zuckerkristalle bilden, die durch
zentrifugieren von der Melasse abgetrennt werden. Ein Teil des Dicksafts wird
in zwei riesige Tanks für die Weiterverarbeitung im Frühjahr zwischengelagert.
Die entstandene Melasse wird u. a. in der Hefeindustrie verwendet oder mit den
Rübenschnitzel aus der Extraktion zu Futtermittel getrocknet. Der Zucker wird
nach Zwischenlagerung das ganze Jahr über weiterverarbeitet. Am Standort Offstein ist das z. Bsp. zu
Flüssigzucker, Fruktose, Karamellsirupe und Isomalt, einem
Zuckeraustauschstoff.
Ebenso produziert die
Fabrik durch eine effektive Kraft-Wärme-Kopplung aus Erdgas bzw. schwerem
Heizöl ihren Strom selbst und nutzt dabei die anfallende Abwärme für die Heiz-
und Trocknungsprozesse in der Produktion. Die gewaltigen Mengen an Wasser, die
insbesondere zur Reinigung der Rüben benötigt werden, können zum größten Teil
nach der Klärung wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden. Rund
die Hälfte des Fabrikgeländes nehmen die Klärteiche ein, die sogar als
europäisches Vogelschutzgebiet gelten.
Nach Schließung der Zuckerfabrik Groß-Gerau im Zuge
der europäischen Zuckermarktreform erschließt sich heute das Einzugsgebiet des
Werks vom Hessischen Ried, dem Odenwald, der Pfalz und Rheinhessen über den
Taunus bis in die Wetterau. Die Landwirte sind sowohl Lieferanten als auch über
die Süddeutsche Zuckerrübungsverwertungs-Genossenschaft eG Mehrheitsaktionäre der Südzucker AG. Von den
rund 18.000 Beschäftigten arbeiten mehr als 500 am Standort Offstein, wo sich
neben der Produktion auch die zentrale Forschungsabteilung befindet.
Aufgrund der zentralen Lage der Fabrik, im
Grenzgebiet zwischen den Landkreisen Alzey-Worms und Bad Dürkheim und deren
Bedeutung für Rheinhessen und die Pfalz, war der gemeinsame Besuch der beteiligten
JU Verbände eine gelungene Informationsveranstaltung über Verbandsgrenzen
hinweg. Der Initiator Heiko Schmittbetz bedankte sich im Anschluss an die
Werksführung bei den beiden Werksführern Herrn Buch und Herrn Dr. Kutschke für
die gelungenen Einblicke in die Zuckerherstellung und überreichte als kleines
Dankeschön ein Präsent aus dem Land „der Rüben und der Reben“.
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